Durch niedrig-intensiven elektrischen Strom induzierte Effekte auf menschliche Lymphozyten und Leukämiezellen

Narendra P. Singh und Henry Lai
Department of Bioengineering
University of Washington
Seattle, WA
USA

Der Zweck dieser Studie ist es zu untersuchen, ob niedrig-intensiver Strom Zellen in Kultur beeinflusst. Zwei Arten menschlicher Zellen wurden untersucht: weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) und Leukämiezellen (Molt-4-Zellen). Ein niedrig-intensiver, zeitlich veränderlicher elektrischer Strom (0,14 Milliampere), erzeugt vom Clark-Zapper, wurde über zwei Platinelektroden 2 Stunden lang bei 37 °C auf Zellkulturen angewendet. Zellzählungen wurden zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Stromanwendung durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Strom bis zu 24 Stunden nach der Exposition keinen signifikanten Effekt auf menschliche weiße Blutkörperchen hatte, während er das Wachstum von Leukämiezellen deutlich hemmte. 24 Stunden nach der Exposition betrug die Konzentration der dem elektrischen Strom ausgesetzten Leukämiezellen nur 58 % derjenigen nicht exponierter Leukämiezellen. Diese Daten deuten darauf hin, dass der elektrische Strom das Wachstum von Leukämiezellen selektiv hemmen kann, ohne normale Zellen wesentlich zu beeinträchtigen. Ein Manuskript, das diese Ergebnisse beschreibt, befindet sich in Vorbereitung zur Veröffentlichung. Zusätzlich wurde dieselbe Stromexposition (0,14 Milliampere, 2 Stunden bei 37 °C) auf E.-coli-Bakterienkulturen angewendet. Bei den E.-coli-Kulturen wurde 24 Stunden nach der Exposition kein signifikanter Effekt des Stroms beobachtet.

Weitere Forschung sollte untersuchen, ob diese selektive, durch elektrischen Strom induzierte Wachstumshemmung auch bei anderen Krebszelltypen auftritt. Die kritischen Stromparameter und der Mechanismus dieses Effekts sollten ebenfalls untersucht werden.