Die Anerkennung der Bedeutung einer gesunden Darmflora ist eine vergleichsweise junge Erkenntnis. Sie wurde erstmals 1907 vorgeschlagen, und der Begriff Probiotika wurde erst 1953 geprägt. Aber weitere Aspekte der Darmflora und das Verständnis ihrer wahren Relevanz entwickeln sich erst jetzt. Kürzlich gab es einige Schlagzeilen über Darminhalts-Transplantationen, bei denen die Darmflora eines Tieres auf ein anderes übertragen wurde, und ein erheblicher Teil der Gesundheit – oder deren Fehlen – des ersten Tieres schien mit seinem Darminhalt mitzuwandern.

Dies könnte einer der Gründe sein, warum es nicht möglich ist, Übergewicht „wegzulaufen“ (z. B. hier: http://mashable.com/2015/04/23/obesity-exercise-uk-study/) – das heißt, sich ungesund zu ernähren (besonders reich an Zucker und anderen Kohlenhydraten) und dann durch ausreichend Bewegung gesund zu bleiben.

Selbst zu verstehen, was eine gesunde Darmflora wirklich ist, ist nicht so trivial, wie man vielleicht denkt. Wie wird die ideale gesunde Darmflora definiert? Natürlich könnte man einfach gesunde Personen nehmen und entscheiden, dass sie, da sie gesund sind, eine gesunde Darmflora haben müssen. Aber das könnte ein Fehlschluss sein. Eine kürzlich von mir hier zitierte Forschung zeigte, dass indigene Stämme mit einer, wie man sie vielleicht bezeichnen würde, „traditionelleren“ oder weniger „zivilisierten“ Ernährung eine erheblich andere Darmflora aufweisen, die – wenig überraschend – mehr bodenbasierte Mikroorganismen als milchbasierte Mikroorganismen enthält. Aus diesem Grund bin ich ein überzeugter Anhänger bodenbasierter Probiotika, wie zum Beispiel Royal Flora (siehe www.shopthewolfeclinic.com), gegenüber den milchbasierten.

Wie dem auch sei, hier ist eine neue Forschungsarbeit über die Wirkung von Probiotika auf Personen, die zu Depressionen neigen. Es scheint, dass eine gesunde Darmflora Depressionen vorbeugen kann, was zeigt, wie weitreichend die Auswirkungen der Darmgesundheit sind.
http://www.nutraingredients.com/Research/Probiotics-could-prevent-depression-by-reducing-cognitive-reactivity/

Lassen Sie mich hier noch einmal betonen, dass ich ganz für Probiotika, Präbiotika und andere Nahrungsergänzung bin, aber niemals vergessen sollte, dass eine gesunde Ernährung die Grundlage der Gesundheit ist. Eine Person kann durchaus gesund sein, auch wenn sie keinen Sport treiben kann oder Schlafmangel hat, aber eine ungesunde Ernährung wird unweigerlich zu schlechter Gesundheit führen und kann durch nichts ersetzt werden.

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