Eine aktuelle Studie hat etwas Licht auf die Bedeutung des Verzehrs vieler Proteine beim Abnehmen geworfen. Es war lange umstritten, ob kohlenhydratreiche oder fettreiche Diäten besser zum Abnehmen geeignet sind. Fettreiche Diäten erscheinen etwas kontraintuitiv, wurden aber von Atkins und einer Reihe anderer Befürworter propagiert. Die Paleo-Diät für Sportler fördert ebenfalls eine kohlenhydratarme, mittel- bis fettreiche und proteinreiche Ernährung.

 

Eines, das in den ernährungswissenschaftlichen Studien zum Thema Gewicht in den letzten Jahren deutlich geworden ist, ist, dass die Sättigung eine wichtige Rolle spielt. Gewichtszunahme hängt im Allgemeinen mit der Menge der konsumierten Kalorien zusammen. Wenn in einer Studie die Kalorienmenge sorgfältig gemessen wird und jeder Teilnehmer unterschiedlicher Diäten die gleiche Kalorienmenge erhält, können die Unterschiede in der Gewichtsentwicklung gering bis nicht vorhanden sein. Die wichtigere Frage ist jedoch, wie sich Menschen fühlen werden, die diese Diäten „in freier Wildbahn“ durchführen. Werden sie bei einer bestimmten Diät hungrig sein und dazu neigen, mehr zu essen?

Genau das ist der Punkt, den Befürworter kohlenhydratarmer Diäten üblicherweise anführen: dass Menschen, die kohlenhydratarm essen, weniger Hunger haben und in der Folge weniger essen. Der Mechanismus dabei ist, dass kohlenhydratreiche Diäten den Blutzucker ansteigen lassen, was die Ausschüttung von Insulin bewirkt, welches wiederum die Energie in die Zellen drückt und dazu führt, dass Fett gebildet und gespeichert wird.

Diese neue Studie zeigt nun, dass proteinreiche Diäten ebenfalls helfen, mit weniger Nahrung ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Dieser Effekt wurde sowohl bei einer allgemein proteinreichen Diät beobachtet als auch dann, wenn eine „normale“ Diät mit einer einzelnen Aminosäure angereichert wurde. Dies lässt vermuten, dass der Effekt auf den Stickstoffstoffwechsel zurückzuführen ist – Proteine und ihre Bausteine, die Aminosäuren, enthalten Stickstoff, der über die Nieren ausgeschieden werden muss. Das führt dazu, dass eine Person durstiger wird und mehr trinkt. Der Konsum von Wasser verringert das Hungergefühl. Das geschieht automatisch, und die Person wird auf natürliche Weise weniger essen.

Die vollständige Studie können Sie hier nachlesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22847780

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